Für Techies – Unser Kühlfass

Der Sud gärt immer noch vor sich hin, leider in der letzten Woche mit kaum noch Veränderung beim Restextrakt, der liegt immer noch bei 5,5° Plato. Damit die Hefe wieder etwas aktiver wird, haben wir den Sud mal kräftig umgerührt, damit Sauerstoff hineinkommt und den Gärbottich an einen etwas kühleren Ort gestellt. Die 24-25° im Heizungsraum waren vielleicht ein wenig hoch…

Da in der Zwischenzeit nicht allzu viel zu tun ist, können wir uns ja mal ein wenig der Technik widmen, die wir uns zusammengebastelt haben – hier speziell jetzt das Kühlfass.

Nach dem Kochen soll der Sud ja möglichst schnell auf eine Temperatkuehlspuleur unter 25° C gebracht werden, damit man die Hefe zugeben kann und den Gärprozess in Gang setzt. In unserem Braukurs wurde das bewerkstelligt, indem die kochende Würze über eine Kupferspule, durch die kaltes Wasser lief, in den Gärbottich lief (siehe Bild). Die Würze wurde damit auf knapp über 30 Grad runtergekühlt.

Das erschien uns insgesamt zu ineffektiv und Brauwerker Alex kam auf die Idee, die Sache umzudrehen. Statt das Bier über eine Kühlspule zu leiten, lassen wir das Bier durch eine 5 Meter lange verchromte Kupfer-Leitung durch ein mit kaltem Wasser gefülltes 60-Liter-Fass laufen. img-20161021-wa0015

Also ging’s ans Werk. Die Leitung gab’s im Baumarkt bzw. beim Sanitärfachhandel, das Fass haben wir von unserem Autoschrauber-Kumpel Thomas Dursun für lau bekommen. Dazu dann noch zwei Hähne, um bei Bedaimg-20161021-wa0005rf auch das Kühlwasser in stetem Austausch halten zu können, falls die Kühlleistung an sich nicht ausreichen sollte.

Damit die Leitung im Fass nicht verrutscht und tatsächlich ein permanentes Gefälle gewährleistet ist (das Bier soll ja nicht irgendwo stecken bleiben), hat Alex sich eine Konstruktion mit zwei Plastik-Schneidbrettern zurechtgebastelt, die an den äußeren Rändern Löcher für die Leitung hat. Da musste die Leitung dann durchgebogen werden, was nicht gerade einfach war.

 

Mit vereinten Kräften wurde gebogen, was das Zeug hält…

 

Das größte Problem war allerdings, den Auslauf für die Würze am unteren Ende dicht zu kriegen. Hier half dann eine entsprechende Menge Silikon… So sieht es im Endeffekt aus:

Das Fass an sich hat uns beim ersten Braugang durchaus gute Dienste geleistet.img_20161106_191811936_burst001 Die kochende Würze kam am Anfang mit knapp 20°C, am Ende mit knapp über 30°C im Gärbottich an. Schon fast gut, aber noch nicht ganz zufriedenstellend. Es war erstaunlich, wie schnell die heiße Würze das Kühlwasser im Fass erhitzt hat. Leider hat nämlich der Austausch des Kühlwassers über die beiden verbauten Hähne nicht wie gewünscht funktioniert – der untere Zulaufhahn war leider ein druckbetriebener Hahn, für den der Wasserdruck des angeschlossenen Gartenschlauchs nicht ausgereicht hat. Als wir dann den Gartenschlauch einfach in das Fass gehalten haben, stellte sich heraus, dass der obere Hahn zu klein dimensioniert war, um das einströmende Wasser auch in identischer Menge aus dem Fass heraus zu lassen.

Somit ist hier noch etwas Feintuning angesagt. Alex hat mittlerweile den unteren Hahn durch einen drucklosen Kugelhahn ersetzt und vermutlich werden wir oben einen zweiten Ablaufhahn installieren, um für eine ausreichende Austauschgeschwindigkeit und somit eine gleichbleibende Kühlleistung zu sorgen. Das Ergebnis werden wir beim nächsten Braugang sehen.

Die Reinigung und Desinfizierung des würzeführenden Kupferrohres machen wir übrigens mit Zitronensäure. Einfach am unteren Ende einen Verschlussstopfen setzen, oben Zitronensäure reinschütten, kurz einwirken lassen, den Stopfen wieder raus und die Säure ablaufen lassen – fertig!

 

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