Verdampft und zugenäht

Am Sonntag, den 18.12., stand mal wieder ein Brautag bei uns an. Wir hatten uns vorgenommen, direkt 2 Sude zu kochen, einmal einen Maibock und zum anderen ein Kellerbier – beide Rezepte von der Seite MaischeMalzundMehr. Um halbwegs parallel arbeiten zu können, haben wir uns noch einen dritten Einkocher besorgt, der auch bitter nötig war.

Insgesamt schien uns der Brauvorgang doch deutlich einfacher von der Hand zu gehen als bei unserem ersten Sud. Auch das Halten der Rasten beim Maischen und die Temperaturänderungen waren besser zu kontrollieren. Als Grund hierfür vermutete unser Maischmeister Thomas die bessere Schrotung des Malzes durch unsere neue Bulldog Malt Mill, die mit zwei synchronisierten Walzen arbeitet und das Malz dadurch mehr quetscht als mahlt.

Auch unser leicht modifiziertes Kühlfass tat hervorragend seinen Dienst. Der kochende Sud gelangte tatsächlich mit nur noch ca. 20° in den Gärbottich, weshalb wir unmittelbar anschließend schon die Hefe zufügen konnten.

Was jedoch immer noch enttäuschend war, war die geringe Würzemenge, die nach dem Kochen in den Gärbottich gelangt ist. Weder der Maibock noch das Kellerbier brachten es auf mehr als 15 Liter. Das ist eindeutig zu wenig für die viele Arbeit!

Durch die geringe Menge an Flüssigkeit war natürlich die Stammwürze wesentlich höher, als im Rezept vorgesehen, daher haben wir diese anschließend durch Zugabe von abgekochtem (und abgekühlten) Wasser noch angepasst, wodurch die letztendliche Menge noch im einigermaßen erträglichen Rahmen gehalten werden konnte.

Die Sudhausausbeute war diesmal zwar ca. 10% höher als beim ersten Versuch, aber mit knapp über 50% immer noch nicht im akzeptablen Bereich. Ich denke, wir haben hier viel Zucker im Treber haben liegen lassen, da unsere Nachgussmenge vermutlich deutlich zu klein war. Für die nächsten Sude werden wir uns mit der Nachgussmenge nicht mehr an die Rezeptvorgabe halten, sondern den zweiten Einkocher voll machen und solange nachgießen, bis entweder die Würzpfanne voll ist oder aus dem Treber nichts mehr rauszuholen ist. Dazu muss dann natürlich schon beim Läutern permanent gemessen werden, wie hoch der Zuckeranteil ist, der aus dem Läuterbottich rauskommt. Mit dem Refraktometer sollte das aber eigentlich kein Problem sein.

Apropos Treber: Nach dem Läutern des Maibocks haben wir mit dem Treber ein leckeres Treberbrot gebacken, welches wir während des Würzekochens des Kellerbiers im Rahmen einer zünftigen Brotzeit verspeist haben. Sehr lecker und sehr gesund. Das Rezept dazu gibt es auf Chefkoch.

An unserem Brautag bekamen wir auch netten Besuch von unserem Brauseminarleiter Stefan Schnaut, der uns ja eigentlich erst zu unserem neuen Hobby gebracht hat. Stefan war doch sehr angetan, was wir in der zwischenzeit auf die Beine gestellt haben, inbesondere unser Kühlfass wurde in den höchsten Tönen gelobt.

zu Besuch zum Fachsimpeln: Biersomelier Stefan Schnaut (mitte)

Mittlerweile gären die beiden Jungbiere seit einer knappen Woche im Gärbottich vor sich hin. Erstaunlich ist hier, wie unterschiedlich sich die jeweiligen Hefen verhalten. Während der Maibock mit der Danstar Nottingham Ale von Beginn an heftig durch das Gärröhrchen blubbert, werkelt die Mangrove Jack M44 eher dezent im Kellerbier vor sich hin. In den nächsten Tagen werden wir mal eine erste Messung vornehmen. Ich bin gespannt, wie sich der Restextrakt der beiden Biere entwickelt.

Dazu dann nach Weihnachten mehr. Von uns aus an alle Hobbybrauer und Craft-Beer-Liebhaber ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Prost!

1 Gedanke zu „Verdampft und zugenäht

  1. Ja, 50 % sind schon etwas wenig… aber eigentlich ist es im Hobbybrauermaßstab doch eher wohl der sportliche Ehrgeiz und kaum die Kosten für Malz, die einen mehr anstreben lassen…?!? Wir kommen immer so auf 60%. Das mit dem Restzucker im Treber dürfte stimmen.
    Zum Verdünnen braucht Ihr das Wasser nicht unbedingt abzukühlen; unser Leitungswasser ist hygienisch einwandfrei und kann eigentlich auch so hinzugegeben werden. Da wir mit zwei Einkochern arbeiten (ein dritter nur für Nachgüsse und Glattwasser kochen), aber doch auch gerne mit der Schüttung an die Grenze des Machbaren herangehen, haben wir uns High-Gravity-Brewing angewöhnt und maischen mit bis zu 14 kg in beiden Töpfen ein; da müssen wir natürlich oft kräftig verdünnen und machen das seit Jahren ohne Probleme mit kaltem Leitungswasser. Erst am letzten Sonnabend haben wir 11 Liter hinzugeben und kommen jetzt auf rund 65 Liter Jungbier mit 12,7° P… Mit diesen Töpfen geht also einiges.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.